Touristischer Navigator für Sachsen

Basilika Wechselburg

Adresse

Markt 12
09306 Wechselburg
Telefon: 037384 80822
Telefax: 037384 80823
Website: www.kloster-wechselburg.de

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Öffnungszeiten

Täglich und ganztags
Auf die Gottesdienstzeiten ist Rücksicht zu nehmen.

Weitere Informationen

Die romanische Basilika „Heilig Kreuz“ aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den bedeutendsten aus Rochlitzer Porphyr gestalteten Gebäuden. Baubeginn war um das Jahr 1160; 1168 wurde der östliche Teil der Kirche geweiht. Wahrscheinlich wurde die Kirche um 1180 vollendet, das Kloster etwas später.

In seiner Schlichtheit und Strenge lässt sich die Bedeutung des Gotteshauses erahnen: Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1168, die die Weihe des östlichen Teiles bezeugt, geht hervor, dass hier ein Ort geschaffen werden sollte, an dem für den Gründer Dedo von Groitzsch und seine Frau Mechthild auch nach deren Tod gebetet wird. Das Grabmal der beiden ist heute noch in der Kirche erhalten.

Als Dedo von seinem Vater Konrad von Wettin den Burgwaldbezirk von Rochlitz erhielt, gründete er das Kloster „Zschillen“. Er ließ größere Waldgebiete roden und das Land urbar machen. Aus dem Hauskloster seines Vaters auf dem Petersberg bei Halle konnte er die ersten Mönche gewinnen, so dass der Ursprung Wechselburgs für immer mit der Gründung des Klosters verbunden ist.

Zu Ehren des heiligen und siegreichen Kreuzes, der Gottesmutter Maria und des Evangelisten wurde die Kirche geweiht. Das Patrozinium, das Fest der Kreuzerhöhung am 14. September, findet sich auch baulich in der Kirche wieder: Der Grundriss der dreischiffigen Basilika bildet eine Kreuzform.

Zu der einzigartigen Besonderheit der Kirche gehört der Lettner, eine Trennwand zwischen dem Gemeinde- und dem Chorraum. Dieser Lettner wurde erst nachträglich - wohl um das Jahr 1230/35 - in die Kirche eingebaut. Die Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes unter dem Kreuz ist das markante Kennzeichen der Kirche.

Die erste klösterliche Gemeinschaft in Wechselburg konnte sich allerdings nur ungefähr hundert Jahre halten. Wegen Unruhen entschloss sich Markgraf Heinrich der Erlauchte im Jahr 1278, das Kloster an den Deutschen Ritterorden zu übergeben. Dieser führte das Kloster zu seiner Blüte, ehe es durch die Wirren der Reformation wie fast alle Klöster aufgelöst wurde.

1543 fiel das Kloster mit allen Besitzungen an den Landesherren Moritz von Sachsen. Im gleichen Jahr tauschte dieser das säkularisierte Kloster gegen die Burgen Hohnstein, Lohmen und Wehlen in der Sächsischen Schweiz, deren Besitzer bisher die Herren von Schönburg waren. Von diesem Tausch leitet sich wohl der Name „Wechsel-Burg“ ab. Seit dem Jahr 1543 prägten die Herren und Grafen von Schönburg-Forderglauchau die erhaltenen Gebiete Penig, Zinnberg, Remse, Rochsburg und Wechselburg.

Das seit dem als „Schloss“ bezeichnete Kloster wurde nach der Reformation nur selten genutzt und verfiel mehr und mehr. Erst ab 1665 wählte Samuel Heinrich von Schönburg Wechselburg zu seinem ständigen Wohnsitz und ließ die Kirche restaurieren. Dabei wurde der Lettner abgetragen. Ein Teil fand als Altarschauwand in der Hauptapsis, ein anderer als Kanzel im Kirchenschiff Verwendung.

Unter Graf Carl Heinrich Alban von Schönburg gab es 1843 den ersten katholischen Gottesdienst in der Schlosskirche. Als im Jahr 1869 das Wechselburger Grafenpaar Karl von Schönburg und Adelheid von Rechteren-Limpurg in Rom zum katholischen Glauben konvertierten, war dies ein Bekenntnis zur Erhaltung der überlieferten Gestalt des Gotteshauses. Die Kirche wurde aufwändig renoviert und komplett ausgemalt.

Nach der Bodenreform 1945 wurde die gräfliche Familie enteignet und die romanische Kreuzbasilika dem Bistum Dresden-Meißen übereignet und von diesem zur Wallfahrtsstätte erhoben. Seit 1957 ist sie die Pfarrkirche für die katholische Gemeinde Wechselburg und Umgebung.

In den Jahren 1952 bis 1972 fanden umfassende Restaurierungsarbeiten in der Basilika statt und der Lettner wurde rekonstruiert. 2001 erhielt die Kreuzigungsgruppe ihre ursprüngliche Gestalt zurück; der Längsbalken des Kreuzes war über die Jahre durch mehrere Bearbeitungen um fast einen halben Meter geschrumpft.

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