Touristischer Navigator für Sachsen

Museumsbahnhof Markersdorf-Taura

Adresse

Hauptstraße 100
09236 Claußnitz OT Markersdorf
Mobil: 0178 2477346
E-Mail: verein@chemnitztalbahn.de
Website: www.chemnitztalbahn.de

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Öffnungszeiten

Fahrbetrieb:
So: 13.00-18.00 Uhr
(von Karfreitag bis zum Reformationstag und nur bei trockener Witterung)
Außerhalb dieser Zeiten auf Vorbestellung.

Weitere Informationen

Logo: Museumsbahnhof Markersdorf-Taura

Nostalgie im romantischen Tal der Chemnitz: Knapp einhundert Jahre vom 30. Juni 1902 bis zum 03. Januar 2000 verkehrten planmäßig Züge zwischen Chemnitz und Wechselburg auf der teuersten sächsischen Nebenbahnstrecke. Heute rollt noch die Museumsbahn zwischen Markersdorf-Taura und Schweizerthal-Diethensdorf. Mit dem offenen Aussichtswagen geht es über Flussbrücken hinweg und durch das atemberaubende Schweizerthal. Eine Straußenfarm*, viele Wanderwege, ein Wasserkraftwerk*, den Naturlehrpfad, die Strudeltöpfe sowie den Chemnitztalradweg gilt es zu entdecken. Dabei sollte man dem Taurasteinmann nicht zu nahe kommen und sich vor dem Nix im Chemnitztal in Acht nehmen. Auch um Bärenhöhle, Hockstein und das Felsentor ranken sich schaurige Sagen. Stärkung für Leib und Seele erfährt der Gast in der Villa Großer, dem einstigen Anwesen des Chemnitztaler Eisenbahnkomitee-Vorsitzenden. Auch ins älteste Gasthaus Sachsens, den Roten Hirsch, sollte der Weg führen. Und in Göritzhain lädt an manchen Tagen höchstselbst der Bahnhof in seine altehrwürdigen Mauern auf eine flüssige Erfrischung ein.

Der Aussichtswagenzug vor dem Empfangsgebäude.

Der Aussichtswagenzug vor dem Empfangsgebäude.

 

Schlüpfer, Könige, Schreibmaschinen und eine teure Eisenbahn voll Fit

Vom sächsischen Manchester aus verbreitete sich die Industrialisierung auch ins Chemnitzer Umland. Besonders an den Flussläufen entstanden Betriebe und Manufakturen. Im Chemnitztal fanden zahlreiche Industrielle ihr Auskommen. Gemeinsam kämpften sie für eine Eisenbahnanbindung, die schließlich als teuerste Nebenbahn Sachsens auch gebaut wurde. Große Verdienste erlangte dabei Gustav Friedrich Großer, der in Markersdorf Schreibmaschinen produzierte und in dessen Villa man heute gediegen tafeln kann. Eine fünfzigprozentige Überschreitung der Baukosten bedingte seinerzeit den Rücktritt des Königlich sächsischen Finanzministers von Watzdorf. Die Einweihung der Strecke am 30. Juni 1902 stand unter keinem guten Stern. König Albert verstarb elf Tage vor der Eröffnung. In ganz Sachsen herrschte Staatstrauer, als die Chemnitztaler ihre Eisenbahn feierten. Im Zweiten Weltkrieg dann wurde zeitweilig das riesige Eisenbahngeschütz „Dora", welches in Oberlichtenau stationiert war, in den beiden Tunnel der Strecke vor den Bombern versteckt. Das bekannte Waschmittel FEWA, das Spülmittel Fit und der Weichspüler Avistat wurden in den an die Strecke angeschlossenen Fabriken vor, im sowie auch nach dem Krieg in der DDR-Zeit produziert und verfrachtet. Unterwäsche aus den Chemnitztaler Textilfabriken verlud man für die westdeutschen Versandhändler in versiegelte Waggons und fuhr sie als Devisenbringer durch den eisernen Vorhang. Nach der Wende knipste man in den Betrieben die Lichter aus und versetzte damit auch der Chemnitztaleisenbahn den Todesstoß. Das romantischste Stück der Strecke durch das Schweizerthal kann heute mit dem Aussichtswagen der Museumsbahn erfahren werden. Der urige Schienentraktor „Paul" entführt Sie in die bezaubernde Natur. Steigen Sie ein und erleben Sie Geschichte und Geschichten mitten im Herzen Sachsens!

 

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